
Open-Air-Ausstellung im Pleasureground
Anlässlich des 250. Geburtstags der Fürstin Lucie von Pückler-Muskau (1776–1854) rückt die Open-Air-Ausstellung im Pleasureground ihr Wirken in und für Branitz in den Mittelpunkt. An fünf Stationen lädt die Ausstellung dazu ein, eine kluge, tatkräftige und lange unterschätzte Gestalterin des Parks und Schlossensembles kennenzulernen.
Fürstin Lucie war weit mehr als Begleiterin eines berühmten Gartenkünstlers. In ihren letzten Lebensjahren prägte sie Branitz entscheidend – mit sicherem Blick für Architektur, Gartenkunst, Organisation und Repräsentation. Ohne ihren Mut zum Neubeginn, ihre Verhandlungsstärke und ihre gestalterischen Ideen wäre das „Traumreich Branitz“ nicht denkbar.

Eine Allianz fürs Leben
Die Ausstellung beginnt mit der besonderen Partnerschaft von Fürst und Fürstin Pückler. Obwohl die Ehe der beiden offiziell nur wenige Jahre bestand, währte ihre enge Zusammenarbeit ein Leben lang. Briefe, Wappen und frühe Ansichten von Park und Schloss erzählen von einer Allianz auf Augenhöhe, in der Lucie Impulse gab, Entscheidungen vorbereitete und Entwicklungen anstieß – oft mit weitreichenden Folgen für Branitz.

Eine Terrasse für das Schloss
Als Lucie 1845 dauerhaft nach Branitz kam, war das Anwesen noch geprägt von Pachtverhältnissen und Wirtschaftsflächen. Mit großer Entschlossenheit begann sie, Verträge aufzulösen, Grundstücke zu erwerben und Platz für eine neue Schlossumgebung zu schaffen. Die Idee einer umlaufenden Schlossterrasse, die das Gebäude architektonisch aufwertete und es landschaftlich einband, geht allein auf sie zurück. Auch die ersten Umbauten im Inneren des Schlosses standen unter ihrer Aufsicht.

Eine Treppe für die Fichten
Die Fürstin dachte in großen landschaftlichen Zusammenhängen ebenso wie im Detail. Für besondere Blickpunkte ließ sie Lösungen entwickeln, die Aussicht und Inszenierung verbesserten – etwa die Baumtreppe zu den markanten Fichten in den Mondbergen. Auch der Schwarze See, einst Dorfteich, und das romantische Schweizer Häuschen sind Ergebnisse ihrer planerischen Vorstellungen und ihrer Beharrlichkeit im Umgang mit Pächtern und Dorfbewohnern.

Im Pleasureground zeigen sich Lucies Ideen besonders sinnlich. Beete, Lauben und Schmuckpflanzungen wurden zu Trägern persönlicher Botschaften. Das berühmte „Schnucke‑S“, benannt nach ihrem Kosenamen, zeugt von der emotionalen Verbundenheit des Fürstenpaares und von der hohen Kunst gärtnerischer Gestaltung. Für die Ausstellung wurde das historische Beet neu interpretiert – als behutsamer Kompromiss zwischen überlieferten Quellen, heutiger Pflegepraxis und damaliger Wirkung.

Ein Denkmal für den Vater
Nicht zuletzt bleibt Branitz auch ein Ort des Erinnerns. Der Hardenbergplatz mit der Büste von Lucies Vater, des preußischen Staatskanzlers Karl August von Hardenberg, ist Ausdruck ihrer familiären Verbundenheit und ihres politischen Bewusstseins. Gleichzeitig machte sie Branitz mit Gewächshäusern, Pflanzungen und personellen Netzwerken – unter anderem aus Muskau – zu einem Ort des gärtnerischen Neubeginns.
Auf den Spuren einer Gestalterin
Die Open-Air-Ausstellung führt Besucherinnen und Besucher durch den Pleasureground und lässt historische Orte, Ideen und Entscheidungen unmittelbar erlebbar werden. Sie erzählt von Verantwortung, Gestaltungswillen und Weitblick – und würdigt Fürstin Lucie Pückler als eine zentrale Figur der Branitzer Geschichte.
09. April – 01. November 2026 | Pleasureground | ganztägig | Eintritt frei

