

Warum eine neue Baumuniversität nötig ist
Der Klimawandel wirkt sich auch auf historische Gärten und Parks wie die Branitzer Parklandschaft aus. Längere Trockenzeiten, extreme Hitze und Spätfröste setzen den Bäumen stark zu. Die Folgen sind Astabbrüche, Pilzbefall und Schädlinge – Zeichen einer schlechten Baumgesundheit.
Um den Park langfristig zu erhalten, gibt es Lösungen. Die neue Baumuniversität spielt dabei eine zentrale Rolle: Hier werden junge Bäume gezielt unter den Bedingungen der Lausitz aufgezogen – wenig Wasser, Hitze, nährstoffarme Böden. Auch alternative, besser klimaangepasste Baumarten werden getestet. Diese müssen aber auch immer den ästhetischen Anforderungen gerecht werden.
Die Baumuniversität hilft nicht nur dem Branitzer Park, sondern liefert wichtige Erkenntnisse für Städte, Gemeinden und vergleichbare Einrichtungen. Der Austausch von Erfahrungen von Praxis und Wissenschaft steht dabei für Branitz im Mittelpunkt.

Vom Schandfleck zum Zukunftsprojekt
In 1960er-Jahren wurde im ursprünglich landwirtschaftlich genutzten Außenpark eine gärtnerische Produktionsgenossenschaft gegründet. Auf rund 12 Hektar entstanden über 40 Gewächshäuser und Nebengebäude für Gemüse und Blumen. Sichten wurden zerstört, jahrhundertealte Strukturen überbaut. Nach 1990 übernahmen Bauspekulanten das Areal. Die Gebäude verfielen und das Gelände wucherte zu.
Die Stiftung Fürst-Pückler-Museum Schloss und Park Branitz kaufte 2021 die Flächen, um dort die neue Baumuniversität zu errichten. 2023 begann der Rückbau der alten Gebäude, was erst 2026 mit der Entsiegelung von großen Flächen abgeschlossen wird. 2025 kamen weitere Flächen der Stadt Cottbus hinzu, so dass insgesamt 14,4 Hektar von der Baumuniversität entwickelt werden.

Gegenwart und Zukunft
Ermöglicht werden die Umbau- und Revitalisierungsmaßnahmen durch Mittel von Bund, Land, der Europäischen Union sowie der Stiftung. Von 2021 bis 2028 werden mehr als 10 Mio Euro investiert.
Im Rahmen des Bundesprogramms „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB), aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages, werden zwei Gewächshäuser sowie eine Lagerhalle als künftige Arbeits-, Forschungs- und Lagerstätten saniert und an die Netze angeschlossen. Bis 2026 sind damit die Grundlagen geschaffen, um historische Nach- und resiliente Neuzüchtungen von Baum- und Straucharten zu erproben, um so den Park an den Klimawandel anzupassen. Reallabore für Wissenschaftsinstitutionen entsteht.
Vier weitere Gewächshäuser zur Anzucht, Vermehrung und Abhärtung von Jungpflanzen werden bis 2028 modernisiert. Deren Dachflächenwasser wird auf den angrenzenden Flächen versickert. Es werden die Anzucht- und Baumschulflächen – das Herzstück der Baumuniversität, auf denen bereits seit 2023 Bäume gepflanzt wurden – in ihrer Nutzbarkeit und Bodenstruktur aufgewertet. Auch eine Lebendsammlung von klimaresitenten Arten soll als Genlieferant geschaffen werden. Ermöglicht wird dies durch das Programm „Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel“ aus Mitteln der Europäischen Union und des Landes Brandenburg. Weitere Informationen zum Programm
Zusätzlich werden von der Stiftung landwirtschaftliche Flächen entwickelt, wie sie von Fürst Pückler für diesen Bereich vorgegeben wurden. Es entstehen Agroforstsysteme mit Baum- und Strauchreihen. Ein Teil dient der Fruchtproduktion, ein anderer der Holzgewinnung zur Beheizung der Gebäude.
Ein Waldgarten entsteht seit 2025. Dort wachsen mehrjährige Pflanzen zur Lebensmittelproduktion. Die Entstehung und Bewirtschaftung des Waldgartens ist ein Gemeinschaftsprojekt von Stiftung und Bürgern. Es wird gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) im „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“.
Streuobstwiesen und eine Bienenburg (Projekt des Rotary Club Cottbus) entstehen 2026. Sie verbinden Naturschutz, Produktion und historische Landschaftspflege und beleben die Pücklersche Idee der „ornamental farm“ und sichern die Zukunft des Branitzer Parks.
Haben Sie Fragen, Wünsche oder Anregungen zum Projekt?
Wenden Sie sich gern per E-Mail an uns:
Die Sanierung von zwei Gewächshäusern und die Gestaltung von Freianlagen der „Branitzer Baumuniversität“ wird über das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) im Programm „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“, aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages, gefördert.
Über das Programm „Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel“, gefördert aus Mitteln der Europäischen Union und des Landes Brandenburg, werden vier weitere Produktionsgewächshäuser und ein Umfahrungsweg finanziert.
Das Teilprojekt Waldgarten wird gefördert durch das Bundesministerium für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) im „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“, aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
