

Sanierung von vier Produktionsgewächshäusern zur Pflanzenanzucht
Über die Richtlinie „Klimaanpassung Starkregen“ werden von 2025 bis 2028 vier Gewächshäuser saniert und erhalten. Damit entsteht ein moderner Standort für die Aufzucht klimaangepasster und seltener Gehölze. Unter kontrollierten Bedingungen können sich Sämlinge und junge Bäume optimal für ihren späteren Einsatz im Park entwickeln. Ein zentraler Klimacomputer regelt alle technischen Umweltfaktoren in den Gebäuden – Temperatur, Licht, Luftfeuchtigkeit und Wasser.
Zugleich ermöglichen Versuchsflächen auf dem Gelände der Baumuniversität Tests zu genetischen Herkünften, neuen Arten und unterschiedlichen Substraten unter realen Anwuchsbedingungen. Ein innovatives Wassermanagementsystem steuert die präzise Bewässerung von Einzelpflanzen, Beetsegmenten und ganzen Bereichen in der geplanten Lebendsammlung.
Mit Hilfe der Förderung wird die infrastrukturelle Basis für eine effiziente Gehölzproduktion und die langfristige Klimaanpassung des Branitzer Parks geschaffen.
Herstellung eines Umfahrungsweges nach historischem Vorbild
Mit dem Bau eines neuen wassergebundenen Weges entsteht im Branitzer Außenpark ein zentraler Baustein zur Wiederherstellung der historischen Parklandschaft. Er verbindet den Innenpark ´dann wieder direkt und landschaftsverträglich mit dem sog. Umfahrungsweg des Außenparks.
Die neue Verbindung verbessert die landschaftliche Erschließung des Außenparks. Als Erlebnisweg führt er von der Pücklerallee durch eine aufgewertete Agrarlandschaft mit Elementen der historischen „ornamental farm“: durch einen Streuobstbestand, vorbei am Waldgarten und entlang abwechslungsreicher Agroforstflächen öffnen sich dann wieder weiter Sichten auf Innen- und Außenpark. Im Norden passiert der Weg die Gewächshäuser und Freiflächen der Baumuniversität, bevor er in das bestehende Wegenetz „rings um den Park“ übergeht.
Der neue Umfahrungsweg macht den Außenpark wieder erlebbar – ganz im Sinne Pücklers. Zugleich ist er ein wichtiger Bestandteil des nachhaltigen Regenwassermanagements: Die wassergebundene Bauweise aus reinem Natursteinmaterial ist stabil, widersteht Starkregenereignissen durch einen innovativen Aufbau.
So verbindet der Weg Landschaftserlebnis, Klimaanpassung und moderne Forschung auf zeitgemäße Weise.
Nach- und Erhaltungspflanzungen sowie Pflanzversuche
Direkt neben den Freiflächen und Gewächshäusern der neuen Baumuniversität entsteht auf rund 16.000 Quadratmetern das Arboretum – eine in Deutschland einzigartige Lebendsammlung von Gehölzen, die Wissenschaft, Artenvielfalt und historische Parkpflege verbindet. Hier werden Pflanzen aus ihren Herkunftsgebieten, genetisches Material aus botanischen Gärten sowie historische Sorten des Branitzer Parks zusammengeführt. Über 1.000 Arten, Sorten und Varietäten sollen als Genpool hier künftig wachsen – von heimischen Eichen und Birken bis zu seltenen Arten wie Rosmarinweide, Knopfbusch oder Berg-Zimterle.
Das Arboretum fungiert als lebendiges Archiv, das Forschung ermöglicht, gefährdete Arten schützt, die Klimaresilienz verschiedener Gehölze erprobt und Mutterpflanzen für den Park liefert. Um diese Vielfalt zu sichern, nutzt Branitz drei Methoden der Gehölzvermehrung: die generative Vermehrung über Samen, die vegetative Vermehrung über Stecklinge und Veredelungen sowie die moderne In‑vitro-Kultur, mit der seltene Arten im Labor vermehrt werden. Die In-vitro-vermehrten Gehölze verbleiben für eine bis zu dreijährigen Anzucht in den Gewächshäusern und werden dann auf Versuchsflächen und anschließend im Park ausgepflanzt. – Ab 2025 begleitet die Humboldt-Universität zu Berlin diese Arbeit wissenschaftlich; bereits 2027 sollen erste im Labor erzeugte Gehölze in den Branitzer Park einziehen.
So verbindet die neue Branitzer Baumuniversität Wissenschaft und Landschaftskultur – und bewahrt die außergewöhnliche Gehölzvielfalt des Parks für kommende Generationen.
Flächensanierung und Steigerung der Bodenqualität
Die neue Branitzer Baumuniversität verbindet moderne Agroforstwirtschaft mit der historischen Idee der „ornamental farm“. Schon zu Pücklers Zeiten gliederten Baumreihen und Gehölzinseln die Felder und boten Schutz vor Wind und Bodenerosion. Nach dem Rückbau der alten Bebauung wurde der stark gestörte Boden durch Müllentfernung, Einebnung und Begrünung wieder nutzbar gemacht. Seit 2025 entsteht hier ein agroforstliches System, das Ökologie, Landwirtschaft und Landschaftsästhetik vereint.
Die neu gepflanzten Gehölzstreifen regenerieren den Boden, lockern ihn tiefgründig und fördern Humusaufbau sowie Kohlenstoffspeicherung. Sie schützen vor Erosion, verbessern Wasserrückhalt und Mikroklima und steigern so die Ertragsstabilität. Gleichzeitig entstehen wertvolle Lebensräume für Tier‑ und Pflanzenarten; das ungestörte Bodenleben trägt zusätzlich zur Bodenfruchtbarkeit bei.
Zwei Agroforstsysteme wurden angelegt:
So führt die Baumuniversität die historische „ornamental farm“ fort und zeigt zugleich, wie klimaangepasste, produktive Landwirtschaft heute aussehen kann.
Trockenstress- und Anwuchsmonitoring
Der Branitzer Park steht durch Hitze und Trockenheit vor großen Herausforderungen. Deshalb führt die Branitzer Baumuniversität ein kombiniertes Anwuchs- und Trockenstress‑Monitoring ein, um neue und alte Bäume besser zu schützen.
Anwuchs‑Monitoring:
Untersucht wird, welche Pflanzmethoden am besten funktionieren und wie Jungbäume auf Trockenheit reagieren. Verschiedene Pflanztechniken, Bodenhilfsstoffe und Arten werden getestet; ab 2026 werden mehrere Varianten direkt im Innenpark erprobt.
Trockenstress‑Monitoring:
Ein Netz von rund 16 Messpunkten erfasst kontinuierlich Bodenfeuchte, Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Wasserfluss im Stamm, ergänzt durch Beobachtungen zu Belaubung, Zuwachs und Schädlingsdruck. So entsteht die Grundlage für eine gezielte, ressourcenschonende Bewässerung.
Gemeinsam schaffen beide Monitoringprogramme eine datenbasierte Grundlage, um den historischen Baumbestand langfristig zu sichern und den Park klimafester zu machen.
Haben Sie Fragen, Wünsche oder Anregungen zum Projekt?
Wenden Sie sich gern per E-Mail an uns:
Gefördert über das Programm „Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel“, aus Mitteln der Europäischen Union und des Landes Brandenburg.
