Anlässlich des 241. Geburtstags von Fürst Hermann von Pückler-Muskau im Jubiläumsjahr 250. Jahre Fürstin Lucie feierten die Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz (SFPM) und der Förderverein „Fürst Pückler in Branitz“ e. V. am Donnerstagabend den traditionellen „Pücklergeburtstag“. Im Großen Saal des Besucherzentrums in der Gutsökonomie kamen Gäste aus Politik, Kultur und Gesellschaft zu einem festlichen Salonabend zusammen.
Das Programm verband historische Würdigung mit Kunst, Literatur, Musik und szenischen Darbietungen. Wahrsagerinnen, Akrobatik, Tombola und Performances griffen die schillernde Welt Pücklers und Lucies auf und übersetzten sie in die Gegenwart. Kuratiert wurde das Programm von der Lausitziade. Bei einem gemeinsamen Empfang fand der Festabend seinen Abschluss.
Tobias Schick, Oberbürgermeister Cottbus: „Der Geburtstag von Fürst Pückler ist weit mehr als ein Gedenktag. Er macht deutlich, welche Bedeutung das Branitzer Erbe für unsere Stadt besitzt. Es ist beeindruckend zu sehen, wie es der Stiftung, ihren Partnern und zahlreichen Unterstützern gelingt, Geschichte lebendig zu vermitteln und immer wieder neue Perspektiven auf Pückler und sein Umfeld zu eröffnen. Kulturelles Erbe lebt davon, dass Menschen sich dafür begeistern, es neu entdecken und gemeinsam weitertragen. Branitz verbindet auf besondere Weise kulturelle Identität, bürgerschaftliches Engagement und den Blick in die Zukunft. Dafür danke ich allen, dieses einzigartige Erbe bewahren und für kommende Generationen erlebbar machen.“
Zu den „Geburtstags-Geschenken“ des Abends gehörte die Präsentation von drei Pückler-Porträts, die künftig die Sammlungen der Stiftung bereichern, darunter
- ein bisher unbekanntes Selbstbildnis des Fürsten mit Lorgnettenstab, um 1840,
- ein Werk des Wiener Künstlers Moritz Michael Daffinger (1790-1849), 1840,
- sowie eine Darstellung des Fürstenpaares von Rainer Ehrt (geb. 1960), 2026.
Für Aufmerksamkeit sorgte die Schenkung des 23 Meter hohen Kunstwerks „23° – Stellare Plastik“ des Künstlers Marc Schmitz (1963-2023), dass seit 2022 als Leihgabe an der Pücklerallee im Branitzer Außenpark steht. Feierlich unterzeichnete die Museums-Förderstiftung, vertreten durch die Vorstandsvorsitzende Ulrike Seitz, den Schenkungsvertrag. Das außergewöhnliche Geschenk setzt ein weithin sichtbares Zeichen für die Verbindung des historischen Erbes mit zeitgenössischer Kunst in der Branitzer Parklandschaft.
Einen Schwerpunkt des Festakts bildete in diesem Jahr Fürstin Lucie, die kongeniale Partnerin Fürst Pücklers. Das von Dr. Simone Neuhäuser, Fachbereichsleiterin Museum & Sammlungen präsentierte „Lucie-ABC“ eröffnete ganz neue Zugänge und Forschungserkenntnisse zu ihrem Leben und zeichnete das Bild einer klugen, selbstbewussten und für die Entwicklung von Branitz unverzichtbaren Frau.
Elke Gräfin Pückler unterstreicht die anhaltende Bedeutung der Fürstin für die Familie: „Lucie Pückler steht für unsere Familie bis heute für Haltung, Bildung und Gestaltungskraft. Es ist bewegend zu sehen, wie ihr Wirken heute von der Stiftung, den Gärtnern, Kuratoren und Unterstützern in Branitz neu gewürdigt wird.“
Der Förderverein „Fürst Pückler in Branitz“ e. V. stellte im Rahmen des Festabends außerdem sein neues Spendenprojekt vor. In der Gutsökonomie soll ein Taubenhaus entstehen. Mit dem Projekt wird ein weiterer historischer und gestalterischer Akzent im Branitzer Ensemble gesetzt. Zugleich bietet es Unterstützerinnen und Unterstützern die Möglichkeit, sich konkret für die Bewahrung und Weiterentwicklung des Branitzer Kulturerbes zu engagieren. Die SPARKASSE SPREE-NEISSE ist die erste große Förderin des Projekts und leistet mit 10.000 Euro einen wichtigen Beitrag zur Wiederherstellung dieses historischen Bauwerks.
Dr. Martina Münch, Vorsitzende des Fördervereins Fürst Pückler in Branitz e.V.: „Unser Verein ist seit über 20 Jahren engstens der Stiftung verbunden und hat seine Spuren im Branitzer Park hinterlassen. Bisher 19 Verlorene Orte haben unsere Mitglieder wiederhergestellt oder restaurieren lassen: vom Kugelberg zum Garten an der Schmiede, von den Toren des gräflichen Erbbegräbnisses im Innenpark bis zu den Korallenständern im Pleasureground. Heute starten wir die 20. Spendenkampagne für das Taubenhaus in der Gutsökonomie – Pückler hätte tierisch Freude daran!“.
„Die Marke ‚Pückler‘ ist das Gemeinschaftswerk eines außergewöhnlichen Fürstenpaars. Branitz, ihr letztes großes gemeinsames Abenteuer, trägt zwei Handschriften: die visionäre von Hermann und die kluge, kraftvolle von Lucie. In Lucies 250. Geburtsjahr rücken wir deshalb auch am traditionellen Fürstengeburtstag beide ins Rampenlicht. Denn die Erfolgsgeschichte von Branitz hat nicht nur einen Namen – sondern zwei. Und sie wird bis heute von der Stiftung, der gräflichen Familie und dem Förderverein weitergeschrieben“, erklärte Dr. Stefan Körner, Vorstand der Stiftung.
Mit den neuen Porträts, dem Kunstwerk und dem Spendenprojekt machte der Pücklergeburtstag deutlich, dass die Pflege des Branitzer Erbes nicht allein der Erinnerung dient. Sie eröffnet immer wieder neue Zugänge zur Geschichte und lädt dazu ein, die Zukunft von Park und Schloss Branitz gemeinsam zu gestalten.
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