2021

Sanierung Orienträume

2024 wurden die restaurierten Orienträume wiedereröffnet, die zu den herausragendsten und bekanntesten Räumen im Schloss Branitz gehören.

Im Türkischen Zimmer, Türkischen Kabinett und Pfeifenkabinett haben die Restauratorinnen und Restauratoren an Decken und den einzigartigen Papiertapeten unter anderem Risse kaschiert, lose Farbschichten gefestigt, Wandflächen retuschiert und Papiertapeten sowie Schmuckbordüren konserviert.

„Die Orienträume sind wegen der reich gestalteten Wand- und Deckenfassung, die Pücklers Gestaltungsintentionen zeigt, und wegen des engen Zusammenhangs mit der ebenso gut erhaltenen Sammlung einzigartig in Deutschland“, bekräftigt Landeskonservator Prof. Dr. Thomas Drachenberg.

Kosten: 450 TEUR
Bauzeit: 2019-2022

Damals
Orientalräume SFPM
Orientalräume SFPM
Heute

Die Räume wurden anhand von Quellen und Analogieschlüssen, wiedereingerichtet und bieten seitdem ein sensationelles Zusammenspiel von historischem Interieur und Ausstellung der fürstlichen Reisesouvenirs aus dem Orient.

„Phantastisch, überraschend, märchenhaft“ – so die Reaktion der Zeitgenossen Fürst Pücklers, wenn sie seine Branitzer Orienträume betraten. Diese hatte Pückler als Rückzugsort und für die Aufnahme seiner Orientalika-Sammlung zwischen 1851 bis 1865 ausstatten lassen. Die Gestaltung und Ausstattung der Orienträume hatte Fürst Pückler persönlich bestimmt. Inspirationen für die opulenten Wand- und Deckengestaltungen sammelte der Fürst während seiner sechsjährigen Orientreise 1834 bis 1840, die ihn unter anderem über Algerien, Tunesien, Griechenland und Ägypten bis nach Nubien, dem heutigen Sudan, führte. Von dieser Orientreise brachte er etliche Souvenirs mit, die bis heute eine beeindruckende und vielfältige Sammlung bilden. Darunter beispielsweise ein kompletter Satz Kanopen, die zur gesonderten Bestattung der Eingeweide dienten, verschiedene Uschebtis (Statuetten, die Verstorbene verkörpern), kleine Keramikgefäße und Gesteinsfragmente. Auch ein restauriertes Liegemöbel aus seinem Besitz, bei dem es sich vermutlich um das Sterbebett Pücklers handelt, ist wieder zu sehen.

Die Restaurierung der Orienträume im Schloss Branitz wurden auch mit Spenden in Höhe von 300.000 Euro durch das Deutsche Stifterzentrum finanziert.