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Nachruf auf Helmut Rippl

Porträt des Landschaftsarchitekten Helmut Rippl

Am 27. April 2022 starb im 97. Lebensjahr der Träger der Lenné-Medaille und Ehrenprofessor des Landes Brandenburg Prof. Helmut Rippl. Als Forscher und ab 1984 als Gartendenkmalpfleger im ehemaligen Bezirk Cottbus, aber auch als gestaltender Landschaftsarchitekt prägte er die Lausitz im Geiste Fürst Pücklers. Am 24. Mai 2022 wird er in Cottbus beigesetzt. Die Pückler-Stiftungen in Bad Muskau und Branitz gedenken seiner:

Dr. Stefan Körner, Vorstand der Stiftung-Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz: „Sein ideenreiches Schaffen und unverbrüchliches Engagement werden wir sehr vermissen. Nicht nur für die Generalbebauungspläne von Cottbus und Bad Muskau hatte Prof. Helmut Rippl Pücklers Ideen zur Landschaftsgestaltung fest im Blick. Auch angesichts der drohenden Teilabbaggerung der Branitzer Parklandschaft initiierte er grundlegende Maßnahmen. Zusammen mit Geologen, Hydrologen und Kunstwissenschaftlern forschte er interdisziplinär zum Erhalt von Bäumen unter bergbaulicher Grundwasserabsenkung. Diese Forschungsergebnisse sind uns heute in Anbetracht der Folgen des Klimawandels auf die Gärten der Lausitz wertvolle Grundlage und Richtschnur.“

 Cord Panning, Geschäftsführer der Stiftung Fürst-Pückler-Park Bad Muskau: „Die langfristige strategische Ausrichtung der landschaftskünstlerischen Konzepte von Prof. Helmut Rippl ist immer wieder aufs Neue beeindruckend und manifestiert sich exemplarisch in der bemerkenswerten Neuschöpfung des Parks von Fürstlich Drehna. Bei aller betriebenen Strategie und verfolgten Ästhetik blieb das gärtnerische Handwerk bei Prof. Rippl niemals außen vor. Sein geschulter Blick auf die Pflanze, das Plädoyer für Sichtung und Vermehrung besonderer Baumindividuen ist heute aktueller denn je zuvor und steht für den stets ganzheitlich denkenden Experten.“

Nach einer Gärtnerlehre und dem Studium an der landwirtschaftlich-gärtnerischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin war Helmut Rippl (geb. 1925 in Wittenberg) ab 1952 vorwiegend für Planungs- und Gestaltungaufgaben in Eisenhüttenstadt, Potsdam, Muskau und Cottbus verantwortlich. Ab 1970 war er Betreuer der wichtigsten historischen Parkanlagen im Bezirk Cottbus, ab 1984 hauptamtlicher Garten-denkmalpfleger und damit für Branitz, Muskau und z.B. Fürstlich Drehna mit verantwortlich. Als erster erfasste er die Baumbestände in diesen Parks.

Der Bildung einer interdisziplinären Arbeitsgruppe zur Erarbeitung von Vorschlägen zum Schutze des Baumbestandes vor den Folgen der bergbaulichen Grundwasserabsenkung 1980 – 1990 verdankt der Branitzer Park wesentlich seinen Fortbestand. Dem teils abgebaggerten Park in Fürstlich Drehna gab Rippl eine neue gestalterische Fassung und erhielt damit seine künstlerische Einheit.
1994 bis 2002 brachte er im Geiste des Landschaftsgestalters Fürst Pückler zahlreiche Ideen zur Rekultivierung der Lausitzer Bergbaufolgelandschaft ein, darunter die Allee der Steine. Bei der IBA Fürst-Pückler-Land war Prof. Rippl Mitglied des Gründungskuratoriums und des Fachbeirats.

Zahlreiche Publikationen widmete er Fürst Pücklers Bäumen und den Pückler-Parks in Muskau und Branitz.

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