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Die Figurengruppen von Genien, Tritonen, Faunen, Panthern und Kandelabern schmücken nun wieder das Venusbeet. Dieses Beet war bis 1945 das schönste und spektakulärste Beet im prachtvoll ausgestatteten Pleasureground, der das Schloss Branitz unmittelbar umgibt.

Die Skulpturen wurden anhand plastischer und grafischer Vorlagen rekonstruiert. Hierfür standen Fragmente aus dem Pleasureground von Schloss Klein-Glienicke, Originalskulpturen aus dem Neuen Museum in Berlin sowie mehrere historische Abbildungen zur Verfügung. Nach diesen Vorlagen fertigten die Bildhauer Stefan Zimmermann und Marie-Josefin Flechsig Modelle aus Ton und Gips. Begutachtet von den Auftraggebern, der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz (SFPM) und der Stadt Cottbus/Chóśebuz und mit der Expertise von Kolleg*innen der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) erhielten diese Modelle ihren letzten Schliff. Schließlich wurden die Skulpturen in der Kunstgießerei Gebr. Ihle in Bronze gegossen, ziseliert und anschließend patiniert.

Montage einer Pantherskulptur am Venusbeet vor dem Schloss Branitz ©SFPM
Elektrifizierung für die Kandelaberaufsätze am Venusbeet wird vorbereitet ©SFPM

 

Nach mehr als 75 Jahren sowie einer langen Planungsphase, haben die die Stadt Cottbus/Chóśebuz und die Stiftung Fürst-Pückler-Museum ab Oktober 2020 begonnen, das Venusbeet in seiner historischen Gestalt wiederherzustellen. Seither wurde die originale Sandsteineinfassung restauriert und montiert. Am Blumenbeet und der umliegenden Rasenfläche erfolgten umfangreiche Landschaftsbauarbeiten am Rasenspiegel, der mit einem Maulwurfsgitter und einer Beregnungsanlage ausgestattet wurde.

Das Venusbeet mit der Venus Italica des italienischen Bildhauers Antonio Canova (1757-1822) auf der Rasenfläche zwischen Schloss und Pergola, das als Höhepunkt des Pleasureground gilt, war einst mit Skulpturen eingefasst, die nach Entwürfen der Architekten Friedrich August Stüler (1800-1865) und Heinrich Strack (1805-1880) entstanden und arrangiert wurden.

Den Skulpturenschmuck ergänzten ursprünglich mobile Kandelaberaufsätze mit tulpenförmigen Leuchtern aus farbigem Glas, die das Venusbeet zu besonderen Anlässen illuminierten. Diese werden im Frühling, wenn das Venusbeet mit zahlreichen Frühjahrsblühern bepflanzt ist, folgen und gemeinsam mit dem Förderverein Fürst Pückler in Branitz e.V. feierlich eingeweiht. Leuchten werden sie – wie zu Fürst Pücklers Zeit – nur zu besonderen Anlässen.

Tritonen-Skulptur wird am Venusbeet befestigt ©SFPM

Die Sanierung und Wiederherstellung des Venusbeets im Branitzer Park wird mit Fördermitteln des deutsch-polnischen Interreg-Projekts „Erhaltung und Nutzung der historischen Parklandschaften Branitz und Zatonie“ finanziert. Bauherr ist die Stadt Cottbus/Chóśebuz, Projektpartner sind die Stadt Zielona Góra und das Städtische Zentrum für Sport und Erholung in Zielona Góra (MOSIR).

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