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Leihvertrag über Sammlungen des Fürsten Pückler geschlossen

Nach intensiven Verhandlungen wurden über die Sammlungen des Fürsten Pückler am 3. Dezember 2021 in Gegenwart der Stiftungsratsvorsitzenden, Ministerin Dr. Manja Schüle, Leihvertrag zwischen Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz und der Erbengemeinschaft nach Fürst Pückler in Branitz geschlossen.

Vorausgegangen waren komplexe Verhandlungen mit der Erbengemeinschaft der Familie von Pückler, die aus fünf Mitgliedern besteht und auf die letzte Eigentümerin von Branitz vor der Enteignung im Rahmen der Bodenreform in der SBZ, Gräfin Theodora von Pückler, geb. Gräfin zu Limburg-Styrum (1867-1953), zurückgeht.

Elke Gräfin von Pückler, Ministerin Dr. Manja Schüle und Dr. Stefan Körner bei der Unterzeichnung des Leihvertrags im Grünen Saal im Schloss Branitz (v.r.n.l.)

Nach der deutschen Wiedervereinigung regelt das 1994 in Kraft getretene Entschädigungs- und Ausgleichsleistungsgesetz den Rückübertragungsanspruch an dem entschädigungslos enteigneten mobilen Erbe. Hierunter fällt auch das vom Gesetzgeber als bewegliche Sache definierte Inventar in Schloss und Park Branitz sowie die Pückler-Callenberg-Bibliothek. Die Erbengemeinschaft hatte sich nach 1990 besonders durch Hermann Graf von Pückler (1939-2017) um die Zusammenführung des nach 1945 verteilten Inventars von Schloss und Park Branitz sowie der Pückler-Callenberg-Bibliothek und deren öffentlich-museale Präsentation und Erschließung eingesetzt.

Der heute unterzeichnete Leihvertrag umfasst rund 7.000 Positionen der Sammlungen, kunst- und kulturhistorisch bedeutende Kunstwerke, Gemälde, Graphiken, Möbel, Textilien, Waffen, Archivalien, Karten, Dokumente, Bücher, Instrumente und Ausstattungsgegenstände des fürstlichen und gräflichen Haushalts vom 15. bis zum 20. Jahrhundert. Diese waren bis 1945 in Privatbesitz, wurden dann im überwiegenden Maße vom Stadtmuseum Cottbus bzw. dem Bezirksmuseum Cottbus und der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam verwahrt und nach der deutschen Wiedervereinigung der Erbengemeinschaft restituiert. Zugleich gelten eine Reihe von Kunstwerken und Kulturgütern seit 1945 als Kriegsverlust und befinden sich zum Teil vermutlich in Privatbesitz oder z.B. russischen Bibliotheken.

Dr. Simone Neuhäuser (Fachbereichsleiterin Museum und Sammlungen SFPM) zeigt Ministerin Dr. Manja Schüle, Elke Gräfin von Pückler und Dr. Stefan Körner (Vorstand SFPM) Objekte aus den Sammlungen des Fürsten Pückler (v.r.n.l.)

Die 2018 durch Beschluss des Brandenburger Landtages errichtete öffentlich-rechtliche Stiftung bewahrt neben den eigenen Sammlungen zum Leben und Wirken des Fürsten Pückler, die Leihgaben der gräflichen Familie, restauriert und erforscht sie, um diesen bedeutenden kulturhistorischen Bestand weiterhin der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Hinzu kommen zahlreiche Leihgaben einzelner Mitglieder der Familie Pückler, und die von der Stiftung treuhänderisch verwaltete Carl-Blechen-Sammlung der Stadt Cottbus. Der Museumsbestand besteht insgesamt aus mehr als 130.000 Objekten und Sammlungseinheiten.

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