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„Welcome and Hello“

Gemälde von Johan Christian Dahl mit der Elbe und Neustaedter Ufer in Dresden im Abendlicht

8Nach mehr als 75 Jahren kehrt mit Johan Christian Dahls (1788–1857) Gemälde „Elbe und Neustädter Ufer in Dresden im Abendlicht“ (1837) eines der Hauptwerke der Carl-Blechen-Sammlung zurück nach Cottbus. Vorausgegangen war eine nationalweit beachtete Restitution des Bildes durch die Hamburger Kunsthalle aufgrund museumsethischer Gründe.
Nun zeigt eine kleine Ausstellung Verlust und Rückkehr.

Das Gemälde wurde 1914 zusammen mit zwei weiteren Arbeiten des Künstlers von der Witwe des Dahl-Forschers Andreas Aubert aus den Mitteln der Cottbuser Grosche-Stiftung erworben. Es zählt damit zu den frühesten Werken der städtischen Carl-Blechen-Sammlung.

Carl Blechen (1798–1840) war nach seinem Tod 1840 rasch in Vergessenheit geraten und erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts als Meister der Landschaftsmalerei und Vorbote der Moderne wiederentdeckt. Der Stolz auf den berühmtesten Sohn der damals wirtschaftlich prosperierenden Textilstadt Cottbus fand in der neuen Sammlung einen sichtbaren Ausdruck.
Aber das Gemälde von Blechens Zeitgenossen und Inspirationsquelle, dem Norweger Dahl, blieb nur knapp 30 Jahre in Cottbus. Seine Odyssee begann in den letzten Wochen des Zweiten Weltkrieges, als Fliegerbomben das Ausweichquartier der städtischen Kunstsammlung im Gutsschloss Klein-Döbbern trafen. Ein kleiner Teil der 86 Gemälde war zerstört oder stark beschädigt und mindestens 13 Werke wurden entwendet. Auch das Dahl-Gemälde blieb verschwunden.

Es tauchte erst 1988 wieder auf, als es von der Hamburger Kunsthalle angekauft wurde, obwohl schnell klar war, dass es sich um ehemaligen Cottbuser Stadtbesitz handelte. Da keine offizielle Rückgabeforderung der DDR vorlag, wurde von einer Rückabwicklung des Kaufes abgesehen. Später begannen jedoch intensive Provenienzrecherchen, die erst 2020 mit der Rückgabeverhandlung zum Abschluss kamen.

Das Bild zeigt eine Ansicht von Dresden mit dem Neustädter Ufer mit Blick aus Dahls Dresdner Wohnung, die er gemeinsam mit Caspar David Friedrich bewohnte. Beide Künstler zählen neben Blechen zu den Hauptvertretern der romantischen Kunst, die im frühen 19. Jahrhundert die Landschaft als Bildmotiv neu entdeckten. Die Besonderheit im künstlerischen Ansatz Dahls war die unmittelbare Wiedergabe von Seheindrücken in der Natur, die er mit temperamentvollem Pinselstrich als Ölstudien zu Papier brachte. Blechen kannte Dahl und hatte ihn 1823 in Dresden besucht. Den Ansatz, Ölstudien vor der Natur anzufertigen, hat er von ihm aufgegriffen.

Das Gemälde ist ab sofort in der Carl-Blechen-Sammlung im Besucherzentrum von Park und Schloss Branitz ausgestellt. Weitere „Rückkehrer“ der Sammlung und deren Geschichte zeigt die Kabinettausstellung „WELCOME AND HELLO“, die Dr. Christian Katschmanowski, wissenschaftlicher Mitarbeiter für Kunstsammlungen der Stiftung, kuratiert hat.
Die Ausstellung im Besucherzentrum ist noch bis 27. September 2021 von Mittwoch bis Montag zwischen 11 und 18 Uhr geöffnet.

Informationen zu den aktuellen Corona-Regeln für Besucherinnen und Besucher gibt es auf der Website: pueckler-museum.de

 

 

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