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150. Todestag Fürst Pücklers

Am 4. Februar 2021 jährte sich Fürst Pücklers Todestag zum 150. Mal. Die Stiftung Fürst-Pückler-Museum beging diesen Tag mit einem stillen Gedenken, da auf eine öffentliche Gedenkfeier wegen der Corona-Pandemie leider verzichtet werden musste. An der Ägyptischen Brücke am Tumulussee legten die Gärtnerinnen und Gärtner der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Kränze nieder, die Institutionen, Bürger, Freunde und Verehrer gestiftet hatten. Begleitet wurde die stille Zeremonie von den Jagdhornbläsern „Fürst Pückler Branitz – Kahren“.

Frürst Hermann von Pückler
Hermann Fürst von Pückler-Muskau, um 1860

Bevor Fürst Pückler in der Nacht vom 4. zum 5. Februar 1871 im Türkischen Zimmer im Obergeschoss seines Schlosses starb, sollen seine letzten Worte gewesen sein: „Man öffne mir den Weg in den Tumulus“. Sein Sarg wurde im Grünen Saal des Schlosses aufgebahrt, davor standen die Orden des Fürsten.

Doch die 1871 geplante Bestattungszeremonie konnte nicht in der gewünschten Form erfolgen, da der Tumulussee zugefroren war. So wurde der Leichnam des Fürsten, da das Eis nicht tragfähig genug war, stattdessen auf einer hölzernen Behelfsbrücke zum Tumulus gebracht. In einem Stollen im Innern der Pyramide wurde der Sarg des Fürsten aufgestellt, der Stollen mit Bohlen verschlossen und der Eingang von außen mit Erde überdeckt. Die Trauerfeier und Weihung des Grabes fand am 9. Februar 1871 statt. Seitdem wird der Fürst jährlich mit Kränzen und dem Aufziehen der Fahne auf der Landpyramide an seinen Todes- und Geburtstag geehrt. Als spektakuläres Symbol der Weltoffenheit des Fürsten sind die Pyramiden heute eines der bekanntesten Markenzeichen der Lausitz.

Sein Vorhaben, in einer Pyramide in einem See begraben zu werden, äußerte Pückler schon 1850 in einem Brief an Fürstin Lucie. 1852 markierte er den Standort für den Tumulus und begann 1855 mit den Planungen für den Erdkörper. Gebaut wurde der Tumulus in nur knapp vier Monaten noch im selben Jahr mit einer Gesamthöhe von fast 14 Metern.

1859 wurde sie mit wildem Wein aus Sanssouci bepflanzt, der durch seine Herbstfärbung noch heute Ende September ein glutrotes Pyramidenfeuer entfacht. Der See um die Pyramide entstand nach und nach, wobei der Fürst die Spiegelwirkung des Tumulus im Wasser beachtete.

Der Tumulussee spielt in der letzten Zeremonie, die Fürst Pückler in seinem Testament festgelegt hatte, eine entscheidende Rolle. In Anlehnung an die griechische Mythologie sollte Pücklers Leichnam von der Ägyptischen Treppe aus mit einem Nachen, einem Einbaum, über den See gebracht werden. Der See symbolisiert dabei den Fluss Styx, über den die Seelen der Verstorbenen von dem Fährmann Charon übergesetzt werden in die Welt der Toten (Hades), in diesem Fall den Tumulus.                                                                         

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