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Park

Der Branitzer Park bei Cottbus ist Lebens-, Alters- und Meisterwerk des exzentrischen Gartengestalters Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785–1871). Nichts lässt ahnen, dass dieses Idealbild der Natur auf Grundlage einer einstmals ebenen, kargen und teilweise ausgeräumten Agrarlandschaft angelegt wurde. Aus diesem Nichts geschaffene, fein geschwungene Erdmodellierungen, elegant geführte Seen- und Wasserläufe und in Vollendung gestaltete Gehölzkompositionen zeigen Branitz als Klimax der Entwicklung der Landschaftsgartenkunst und verschaffen ihm zu Recht den Stand eines Gartendenkmals von internationalem Rang.

Geprägt von den Lebensjahren zwischen französischer Revolution und Gründung des Deutschen Kaiserreiches sowie inspiriert von zahlreichen ausgedehnten Reisen u.a. nach England und in den Orient, gestaltete Fürst Pückler die Branitzer Park- und Kulturlandschaft als Spiegelbild seiner Persönlichkeit. Entstanden ist die Gartenanlage ab 1846 nachdem Pückler die Standesherrschaft Muskau mit dem seit 2004 zum UNESCO-Welterbe zählenden Park, seinem Jugendwerk, verkaufen musste. Das über 600 Hektar große Branitzer Gartenkunstwerk wurde meisterhaft im Zonierungsprinzip angelegt. Hiermit gemeint ist die allmählich zunehmende Verdichtung der gestalterischen und pflegerischen Intensität von den äußeren Parkbereichen, über den Innenpark und den Pleasureground hin zum Zentrum der Anlage, dem Schloss.

Die erste Stufe dieser Zonierung stellt der Branitzer Außenpark, die ornamental farm, dar, deren geschickt gestaltete Feldflur aus Wald-, Wiesen-, Hutungs- und Ackerflächen eine idealtypische Verbindung von Gartenkunst und landwirtschaftlicher Nutzung darstellt. Das Parkareal wird von einer Spazierfahrt (Drive) erschlossen, welcher als »unsichtbarer Führer« die wie an einer Perlenkette aufgereihten Landschaftsbilder dieser meisterlich gedachten Kulturlandschaft erschließt. Der Cottbuser Tierpark und der Spreeauenpark (Bugapark) befinden sich heute innerhalb des historischen Branitzer Außenparks.

Der Innenpark hebt sich durch seine intensivere Gestaltung, insbesondere durch ein aufgrund umfassender Erdbewegungen geschaffenes, kunstvoll ausgearbeitetes Relief, künstliche Seen und die raumprägenden, sichtbetonenden Gehölzpflanzungen als nächste Stufe der Zonierung deutlich ab. Die beiden einzigartigen Erdpyramiden sind das Alleinstellungsmerkmal von Branitz und eine Reminiszenz des Fürsten Pückler an seine in den Jahren 1834 bis 1840 unternommene Orientreise. Doch anders als in Ägypten errichtete Pückler die Pyramiden nicht aus Stein, sondern ließ sie aus Erde aufschütten und begrünen. Die größere der beiden Erdarchitekturen, der im Pyramidensee stehende Tumulus, ist seit 1871 Beisetzungsstätte von Hermann Fürst von Pückler-Muskau. Im Jahr 1884 wurde Pücklers Ehefrau und Lebensgefährtin Lucie Fürstin Pückler (1776–1854) mit zu ihm in den Tumulus umgebettet. Mit der Pücklergondel kann man dem Fürstenpaar in einer bezaubernden Rundfahrt durch den Park so nah wie nur möglich kommen. Weitere Höhepunkte des Innenparks sind die Schlossgärtnerei mit den historischen Gewächshäusern, die Parkschmiede und die Gutsökonomie mit dem Besucherzentrum und der Multimediaausstellung. blatt



Parkplan

Kartengrafik: Therese Schneider