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//Aktuelles » Restaurierung der Pyramide

Die Restaurierung des Tumulus, der Begräbnisstätte des Fürsten Pückler im Park Branitz

Mit der feierlichen Einweihung der Seepyramide am 30. August 2015 ist die mehrjährige Restaurierung des Wahrzeichens des Branitzer Parks abgeschlossen. Die Grab-Pyramide Fürst Pücklers, sein Tumulus, ist nicht nur spektakulär, sondern steht auch international in dieser Art als einzigartiges Gestaltungselement in einem Landschaftspark.

Geschichte: Der Tumulus wurde 1856 binnen weniger Monate auf einer ebenen grünen Wiese aufgeschüttet und 1863 mit der Pflanzung des Wilden Weins fertiggestellt, nachdem der ihn umgebende See 1860 vollendet werden konnte. Alle Arbeiten wurden in reiner Handarbeit mit Schippe, Schaufel und Pferdekarren geleistet. Seit 1871 ist die Seepyramide Grabstätte von Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785-1871). 1884 wurde Fürstin Lucie von Pückler-Muskau (1776-1854) vom alten Branitzer Dorffriedhof im Vorpark in den Tumulus umgebettet. Beide liegen in einem nunmehr mit Erde gefüllten Stollen auf der Nordostseite des Tumulus.

Bedeutung: In der Pyramidenebene vereint der Gartenkünstler Fürst Pückler auf bemerkenswerte Weise die Eindrücke seiner ausgedehnten Orientreise mit antiken Mythologien und slawischen Einflüssen seiner Lausitzer Heimat. Eine Pyramide war für Pückler der ideale Begräbnisort, denn keine Architektur vereint so gut den Inbegriff der Unvergänglichkeit wie die Pyramide. Wie die ägyptischen Pharaonen wollte der lausitzer „Gartenpharao“ Pückler mit den Pyramiden dem Himmel näher sein und der Nachwelt ein bleibendes Bauwerk hinterlassen. Gerade auch aus dem Blickwinkel eines kinderlosen Aristokraten erscheint dies durchaus wichtig. Pückler ließ die Pyramide aber aus Erde aufschütten und begrünen. Dadurch wollte er möglicherweise einerseits die scharfkantige Geometrie etwas mildern. Andererseits entstand so ein sich jahreszeitlich änderndes Erscheinungsbild, dass selbst und mit den sterblichen Überresten Pücklers wieder Teil der Natur wird.

Maße: Die Vermessung nach Abschluss der Restaurierung ergab, dass insgesamt 150 Kubikmeter Boden am Tumulus nachmodelliert wurden. Der größte Teil davon befindet sich im Bereich der unteren umlaufenden Stufe, deren Spundwand eine Gesamtlänge von 150 Metern besitzt (37,5 Meter pro Seite). Weiterhin wurden 145 Meter Wasserleitungen für die Beregnung in der unteren umlaufenden Stufe und insgesamt 800 Quadratmeter Rollrasen auf dem Tumulus verlegt. Die Seepyramide hat heute eine Endhöhe von 13,10 Metern über dem Wasserspiegel, die Höhe der Abdeckplatte auf der Spitze beträgt 85,76 Meter über NN, die Seitenlänge ca. 35 Meter und die Seitenflächen besitzen eine Neigung von 37 bis 38 Grad. Das Gesamterdvolumen des Tumulus beträgt heute ca. 5.400 Kubikmeter.

Finanzierung: Die Restaurierung des Cottbuser Wahrzeichens wurde durch europäische Fördermittel von Interreg IVa ermöglicht (85 % Förderung, 15 % Eigenanteil der Stadt Cottbus). Die Kosten für die Restaurierung der Seepyramide betragen 400.000 Euro. Weitere 1,3 Mio Euro wurden für die Pyramidenebene eingesetzt u.a. zur Sanierung der Seen und Kanäle (Entschlammung, Ufersicherung) sowie zur Restaurierung anliegender Wege.

Notwendigkeit der Restaurierung: Starke Erosion an seinem Fuß (dort, wo der Wellenschlag des Sees angreift), seinen Graten und seiner Spitze sowie ein Gewirr aus Wildwuchs hatten dem Erscheinungsbild und der Substanz des Erdbauwerks stark zugesetzt. Deshalb war es notwendig, die historisch vorhandene untere umlaufende Stufe als Holzspundwand zu rekonstruieren, die Grate und die Spitze nachzumodellieren, Wildwuchs (insbesondere Brombeere) zu entfernen und die historische Bepflanzung aus „Wildem Wein“ genetisch identisch zu vermehren und nachzupflanzen.

Einweihung der restaurierten Seepyramide. Foto Karola Weber Einweihung der restaurierten Seepyramide. Foto Karola Weber Einweihung der restaurierten Seepyramide. Foto Karola Weber Einweihung der restaurierten Seepyramide. Foto Karola Weber
Einweihung der restaurierten Seepyramide. Fotos Karola Weber
Einweihung der restaurierten Seepyramide. Foto Michael Helbig Einweihung der restaurierten Seepyramide. Foto Michael Helbig Einweihung der restaurierten Seepyramide. Foto Michael Helbig
Fotos Michael Helbig
Zum Thema der Seepyramide sind in der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz Buch und Film erschienen:

„… mein Tumulus wird bleiben, solange die Erde steht.“
Die Seepyramide im Fürst-Pückler-Park Branitz
Geschichte und Restaurierung
Autor Claudius Wecke, Parkleiter
Preis: 14,95 Euro.

„DER TUMULUS“ Grabpyramide des Hermann Fürst von Pückler-Muskau Ein Film von Donald Saischowa
Die Reise eines preußischen Aristokraten zur Quelle der Ewigkeit
Eine Dosfilm Produktion in Kooperation mit der Stiftung Fürst-Pückler-Museum Park und Schloss Branitz
Preis 15,- euro


Die Branitzer Seepyramide - Restaurierung des Cottbuser Wahrzeichens

Fürst Pückler war sich schon zu Lebzeiten sicher: Die Branitzer Seepyramide als sein Grabmal wird „… wahrscheinlich alle Monumente jetziger Herrscher überdauern, wie die sieben Weltwunder alle verschwunden sind, und die … Pyramiden Aegyptens noch jugendlich ihre Häupter erheben.“ Pückler hat Recht behalten, denn über 150 Jahre nachdem die markante Erdpyramide in Branitz errichtet wurde, ist ihre majestätische Ausstrahlung durch eine aufwändige Restaurierung bewahrt worden.

Durch umfassende Bodenarbeiten wurden zuvor stark erodierte Pyramidenbereiche nachmodelliert und als Bekrönung eine Kopie des historischen Schlusssteins wieder aufgesetzt. Zudem wurde am Pyramidenfuß die nachgewiesene umlaufende Erdstufe wiederhergestellt. Durch das Zurückdrängen von Wildwuchs und die anschließende Nachpflanzung von Wilden Weinreben hat die Seepyramide zudem ihr spektakuläres „Pyramidenfeuer“, die Ende September einsetzende rote Laubfärbung, zurückerhalten. Auch das Umfeld der Seepyramide wurde in diesem Zusammenhang aufgewertet. Die umliegenden Gewässer wurden saniert und die Ufer und Inseln haben ihre historische Form und Bepflanzung zurückerhalten. Zudem wurden die Uferwege an der Seepyramide restauriert. All dies erkundet sich hervorragend vom Wasser aus mit der Pücklergondel, beginnend an der ebenfalls neu angelegten Anlegestelle in der Branitzer Schlossgärtnerei.


12.05.2015

Weinpflanzung auf der Branitzer Seepyramide - Abschluss der Restaurierung des Cottbuser Wahrzeichens

„…mein Tumulus wird bleiben, solange die Erde steht“, sagte Fürst Pückler 1856 und soll damit Recht behalten. Die im Juni 2014 begonnene umfassende Restaurierung seiner Seepyramide wird nun durch die Nachpflanzung des Wilden Weins abgeschlossen.

Die erodierten Bereiche sowohl der Spitze als auch des Fußes wurden bereits durch umfassende Bodenarbeiten nachmodelliert und als Bekrönung eine Kopie des vorhandenen historischen Schlusssteins wieder aufgesetzt. Zudem wurde der Pyramidenfuß mit einer ebenfalls nachgewiesenen umlaufenden Stufe ergänzt, welche mit einer unter Wasser versteckten Holzspundwand gesichert wurde.

Am Montag, dem 27.4.2015, begann der krönende Abschluss der Restaurierung: 1.800 eigens angezogene genetisch identische Nachkommen der historischen Bepflanzung aus Wildem Wein und Uferreben wurden nach historischem Vorbild auf die Seepyramide gepflanzt. Damit erhält der Seepyramide ihr spektakuläres „Pyramidenfeuer“, die Ende September einsetzende rote Laubfärbung zurück.

Die Restaurierung der Seepyramide wird aus europäischen Fördermitteln von Interreg IV A „Grenzübergreifende Erschließung neuer Potentiale für erweiterte touristische und Erholungsnutzungen – Pyramidenareal Cottbus-Branitz/ Luisental Zielona Gora“ finanziert.


06.05.2015

Weinplanzung am Tumulus

Es wurde nun am Tumulus der letzte Wein gepflanzt und der Schriftzug auf der Gedenksteininsel nachgearbeitet. Die Restaurierung des Tumulus ist nunmehr abgeschlossen und es beginnt die laufende Pflege.